Einbruchschutz: Sichern Sie sich sorgfältig ab

Die Anzahl von Einbrüchen oder versuchten Einbrüchen in Deutschland ist weiterhin sehr hoch. Im Jahr 2017 gab es laut Kriminalstatistik über 116.000 Einbrüche und Einbruchsversuche. Wie Sie sich vor ungebetenen Gästen schützen, lesen Sie hier.

Vorbeugender Schutz

Wohnungseinbrüche können Betroffene sehr stark belasten. Es entstehen für Opfer nicht nur hohe Sachschäden, darüber hinaus kann ein Gefühl von Unsicherheit in den eigenen vier Wänden zurückbleiben. Um sich vor den ungebetenen Gästen zu schützen, sind Präventionsmaßnahmen von hoher Bedeutung. Durch einen verbesserten Einbruchschutz scheitern viele Täter beim Versuch, sich Zugang zu Wohnungen zu verschaffen. Über 40 Prozent der Einbruchsversuche misslingen dank optimierter Sicherungseinrichtungen. Die meisten Zutritte zu Wohnungen oder Häusern verschaffen sich die Einbrecher über Wohnungs- oder Fenstertüren. Dabei erfolgen Einbrüche häufig zur Tageszeit, bei der die Täter die kurze Abwesenheit der Opfer ausnutzen.

Zusätzlich zu mechanischen Sicherungseinrichtungen können Sie sich mit bestimmten Verhalten vor Einbrechern schützen. Achten Sie beim Verlassen Ihres Zuhauses darauf, dass alle Fenster, Balkon- und Terrassentüren geschlossen sind. Gekippte Fenster sind für Täter sehr leicht zu öffnen. Verschließen Sie Ihre Haustür gut und am besten zweifach. Ziehen Sie Ihre Tür nicht einfach nur zu. Dies gilt auch für kurze Abwesenheiten. Verstecken Sie keine Ersatzschlüssel im Freien. Halten Sie Mülltonnen, Gartenmöbel und Leitern verschlossen, um Einbrechern einen Einstieg in die oberen Etagen zu erschweren. Signalisieren Sie Ihre Abwesenheit nicht zu auffällig. Geben Sie in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder WhatsApp keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit.

Bewahren Sie Ruhe, wenn Sie einen Einbrecher in Ihrem Zuhause bemerken. Versuchen Sie den Täter nicht zu überwältigen. Sie wissen nicht, ob der ungebetene Gast bewaffnet ist. Verhalten Sie sich leise und unauffällig. Setzen Sie dabei mit Ihrem Mobiltelefon oder Festnetzanschluss einen Notruf ab. Sollten Sie gerade kein Telefon in der Nähe haben, verhalten Sie sich weiterhin ruhig und warten Sie, bis der Einbrecher weg ist. Wählen Sie im Anschluss den Notruf.

Entdeckter Einbruch

Sie kommen nach Hause und entdecken eine aufgehebelte Tür oder ein aufgehebeltes Fenster? Betreten Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung nicht. Setzen Sie schnell einen Notruf ab und warten Sie, bis die Polizei eintrifft. Vermeiden Sie die Konfrontation mit dem Einbrecher. Sie wissen nicht, ob dieser bewaffnet ist und Sie in Gefahr bringen könnte.

Wirkungsvoller Einbruchschutz

Die Anzahl gescheiterter Wohnungseinbrüche ist gestiegen. Rund 45 Prozent aller Einbrüche scheiterten im Jahr 2017. Dazu haben sicherungstechnische Maßnahmen und aufmerksame Nachbarn beigetragen. Es gibt eine Vielzahl von Sicherungsvorkehrungen, die Sie für Ihr Zuhause treffen können. Dabei ist die Kombination von mechanischen Sicherungstechniken und elektronischer Überwachung sinnvoll.

Licht schreckt viele Einbrecher ab und stellt einen wirksamen Einbruchschutz dar. Sie versuchen häufig Lichtquellen zu meiden und suchen sich lieber unbeleuchtete Objekte. Eine Installation von Bewegungsmeldern im Außenbereich Ihres Grundstücks ist somit sinnvoll. Sie sollten bei der Montage einige Dinge beachten.
Betrachten Sie Ihr Haus im Dunkeln aus der Sicht eines Einbrechers. Schauen Sie sich an, wo es besonders dunkle Ecken gibt und wie beispielsweise Ihre Terrasse beleuchtet ist. Positionieren Sie dementsprechend die Bewegungsmelder auf Ihrem Grundstück und achten Sie auf die Einstellung des Bewegungswinkels. Installieren Sie die Bewegungsmelder so, dass diese für den Einbrecher nicht so leicht erreichbar sind. Wählen Sie ein eher dezentes Licht. Eine zu helle Beleuchtung kann Sie oder Ihre Nachbarschaft stören und erhöht nicht den Einbruchschutz.

Unser Tipp für Tierhalter: Bewegungsmelder mit Tierimmun-Funktion haben eine intelligente Überwachung. Durch eine Alarmunterdrückung reagiert der Melder erst ab einer bestimmten Masse von Lebewesen und nicht bei jeder Katze oder jedem Hund.

SmartHome ist der Überbegriff der digitalen Vernetzung von Haustechnik, Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik. SmartHome kann nicht nur den Alltag erleichtern, sondern ebenso als Einbruchschutz dienen. Mit Hilfe der Vernetzung können Sie beispielweise eine Anwesenheit simulieren, indem Sie die Beleuchtung, elektrische Rollläden und die Außenbeleuchtung über Ihr Smartphone steuern. Beachten Sie bei der Verwendung von SmartHome folgende Sicherheitshinweise:

  • Überlegen Sie sich ein möglichst sicheres Passwort.
  • Achten Sie auf die Sicherheit Ihres Routers.
  • Installieren Sie eine Firewall, ein Virenschutzprogramm und machen Sie regelmäßig Updates.
  • Minimieren Sie die Datenspeicherung.

Alarmanlagen verhindern nicht direkt Einbrüche, sondern melden diese. Einbruchmeldeanlagen erhöhen für Einbrecher das Risiko entdeckt zu werden und können somit abschreckend wirken. Bei der richtigen Installation werden Einbrecher frühzeitig durch Bewegungsmelder oder Sensoren erkannt. Die Meldung eines Einbruchs kann durch ein lautes akustisches Signal oder durch ein stilles Signal erfolgen, beispielweise über das Mobiltelefon mit Hilfe einer App oder einer SMS.
Es gibt unterschiedliche Arten von Einbruchmeldeanlagen. Diese können Türen, Fenster, Räume sowie Wände überwachen.

Die private Videoüberwachung kann als Einbruchschutz dienen. Dabei muss beachtet werden, dass die Bildaufnahme von Personen in deren Rechte eingreift. Aus diesem Grund darf der Einbruchschutz nur eingesetzt werden, wenn er einem festgelegten Ziel dient. Für die Videoüberwachung ist es ratsam, sich rechtskundigen Rat einzuholen, damit nicht gegen die Rechte Dritter, das Daten-, Zivil- oder Strafrecht verstoßen wird.

Die meisten Fenster, Balkon- und Terrassentüren sind in der Regel nur für Wärmedämmung und für Lärmschutz konzipiert. Häufig fehlt der mechanische Schutz vor Einbrüchen. Die meisten Fenster sind durch die sogenannten "Rollzapfen" gesichert. Diese gewährleisten die Absicherung der Fenster, sie bieten jedoch keinen Schutz vor Einbruchversuchen. Fenster mit dieser Ausstattung werden meist in wenigen Sekunden und unbemerkt von Einbrechern aufgehebelt.
Zur Sicherung von Fenstern, Balkon- und Terrassentüren gibt es unterschiedliche Sicherungssysteme. Dazu gehören einbruchhemmende Fensterbeschläge, Verglasungen und Zusatzschlösser. Lassen Sie sich von einem geschulten Fachmann beraten, welche Sicherung für Ihr Zuhause sinnvoll ist.

Sichere Haus- und Wohnungstüren sind wichtig, da sich viele Außentüren bereits ohne Einbruchwerkzeug und schon mit körperlicher Gewalt öffnen lassen. Außentüren lassen sich durch Zusatzsicherungen, beispielweise durch Zusatzschlösser und Querriegelschlösser, einfach nachrüsten. Wichtig ist, dass die Zusatzsicherungen fachgerecht eingebaut werden, damit die Wirkungen richtig aufeinander abgestimmt sind.

Für Neu- und Umbauten empfiehlt es sich, geprüfte einbruchhemmende Haustüren nach der DIN EN 1627 einzubauen. Diese Türen unterliegen einer Qualitätsüberwachung.

Einbruchschutz zur Urlaubszeit

Auf die Urlaubszeit freuen sich die meisten Menschen besonders. Endlich raus aus dem Alltag und rein in die wohlverdiente Erholung, für viele die schönste Zeit des Jahres. Eine längere Abwesenheit kann jedoch ein erhöhtes Einbruchsrisiko bedeuten. Für Einbrecher ist diese Jahreszeit eine ideale Gelegenheit. Treffen Sie vor dem Reisebeginn einige Vorkehrungen, damit Sie Ihren Urlaub in Ruhe genießen können.

  • Verschließen Sie vor der Abreise in den Urlaub alle Fenster, Türen, Kellertüren und Garagentore.
  • Programmieren Sie, wenn vorhanden, die Zeitschaltuhr Ihrer Rollläden und Wohnungsbeleuchtung.
  • Beauftragen Sie eine Vertrauensperson, die regelmäßig nach dem Rechten schaut und beispielsweise den Briefkasten leert.
  • Versuchen Sie Zeitungsabonnements für die Zeit Ihrer Abwesenheit abzubestellen.
  • Sperren Sie Bargeld und Schmuck in einen Tresor.
  • Versuchen Sie Beiträge in sozialen Medien mit Urlaubshinweisen zu vermeiden.

Initiative "Zuhause sicher"

Die DEVK ist Mitglied im gemeinnützigen Verein "Netzwerk Zuhause sicher e.V.". Mit der Mitgliedschaft unterstützen wir die polizeiliche Präventionsarbeit. DEVK-Versicherte können eine herstellerunabhängige Sicherheitsberatung über die Kriminalpolizei in Anspruch nehmen. Wenn Sie die Empfehlungen der Polizei umgesetzt haben, erhalten Sie vom Verein die Plakette "Zuhause sicher" und eine Urkunde. Gut sichtbar am Haus angebracht, kann die Plakette Einbrecher abschrecken.
DEVK-Versicherte erhalten gegen Vorlage der Urkunde einen Beitragsrabatt von fünf Prozent in der Hausratversicherung. Dies gilt für Neu- und bestehende Verträge.